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31.10.2014

„10. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ veröffentlicht

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, hat den 10. „Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ vorgestellt.

Am 29. Oktober 2014 hat die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, den 10. „Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland“ vorgestellt.

Der Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland betrachtet umfassend Daten zu Personen mit Migrationshintergrund. Auf über 700 Seiten führt er die wichtigsten Statistiken, wissenschaftlichen Untersuchungen und demoskopischen Erhebungen der letzten zwei Jahre im gesamten Themenspektrum zusammen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Özoğuz stellte dabei zusammenfassend fest:

„Der vorgelegte Bericht macht an jeder Stelle deutlich: Deutschland ist ein Einwanderungsland. Er zeigt, dass wir nach Jahren der Ignoranz dieser Tatsache und dem wichtigen Paradigmenwechsel vor 15 Jahren weiter vorankommen, auch eine Einwanderungsgesellschaft zu werden.“

Im Mittelpunkt des 10. Lageberichts stehen die Bereiche Bildung – von der frühkindlichen Bildung bis zum Studium – sowie der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Er stellt die rechtliche Situation von Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union und von Zuwandererinnen und Zuwanderern aus Drittstaaten dar. Zudem führt der Bericht detailliert auf, wo Bürgerinnen und Bürger mit Zuwanderungsgeschichte diskriminiert werden, wo und in welcher Form ihnen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und gezielte Ausgrenzung entgegenschlägt. Mit Blick auf die Diskriminierung im Arbeitsleben heißt es in dem Bericht (S. 347):

„Fest steht, dass die Teilhabe von Personen mit Migrationshintergrund in der beruflichen Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt geringer ausfällt als von Personen ohne Migrationshintergrund. Dies kann jedoch nicht ausschließlich auf ein schlechteres schulisches Niveau und das abweichende Bewerbungsverhalten zurückgeführt werden. Vielmehr spielen hier Vorbehalte von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und die Unkenntnis über Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund eine nicht zu unterschätzende Rolle. Daher kommen Auswahlprozesse und Einstellungsentscheidungen beim Abbau von Diskriminierung im Arbeitsleben eine entscheidende Schlüsselfunktion zu.“

Der Bericht beschäftigt sich zudem auf mehreren Seiten mit der Hochschulbildung von Menschen mit Migrationshintergrund (S. 134ff.). Dabei wird u.a. auf eine im Jahr 2013 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vorgelegte Studie zum Thema „Studentische Mobilität und ihre finanziellen Effekte auf das Gastland“ verwiesen. Die wirtschaftlichen Effekte werden dabei wie folgt zusammengefasst (S. 144):

„Kurzfristig seien positive Effekte auf die Wirtschaft des Gastlandes zu verzeichnen, ausgelöst durch Unterhaltskosten, Freizeitaktivitäten oder auch Studiengebühren. Mittel- und langfristige Effekte wiederum seien vor allem an den Verbleib von Studierenden aus dem Ausland nach Beendigung des Studiums und dem Eintritt ins Erwerbsleben gebunden. Dem Aufbau von internationalen Netzwerken wird ein positiver Effekt hinsichtlich der Stärkung von Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern zugesprochen. Der Internationalisierung von Hochschulen und des Studiums kommt hierbei eine bedeutende Rolle zu.“

Ausführlich wird im Bericht darüber hinaus die Situation von Menschen mit Aufenthalt aus humanitären Gründen, Asylsuchenden und Flüchtlingen beschrieben.

Kurz- und Langfassung des Lageberichts sind abrufbar unter: www.integrationsbeauftragte.de
Die Studie „Studentische Mobilität und ihre finanziellen Effekte auf das Gastland“ (2013) kann hier heruntergeladen werden.