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08.12.2016

Betriebsbesichtigung ATB Umwelttechnologien GmbH

Am 08. Dezember 2016 fand im Rahmen des Projektes WelKMU eine Betriebsbesichtigung für junge Studierende mit internationaler Herkunft bei ATB Umwelttechnologien GmbH in Porta Westfalica statt. ATB fertigt hochqualitative Kläranlagen für verschiedene Anwendungen an und ist ein Spezialist für dezentrale Abwassertechnik mit Sitz in Ostwestfalen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Betriebsbesichtigung stammten unter anderem aus Kamerun, der Türkei, Marokko und Spanien.

Zunächst lernten sich die Studierenden und Vertreter der Mitarbeiterschaft kennen. Durch diesen direkten Kontakt war es den Studierenden möglich sich einen Eindruck darüber zu verschaffen, wie die sich die Arbeitsrealität im Unternehmen gestaltet. Das Familienunternehmen wurde anschließend durch eine Präsentation zu seiner Geschichte, Produkten und Arbeitsphilosophie vorgestellt. Des Weiteren erläuterten die Mitarbeiter der ATB technisch wichtige Einzelheiten über die Produkte des Unternehmens, wo vor allem betont wurde, dass ATB biologische und nicht chemische Lösungen zur Abwassersäuberung anbietet.

Gerade Aspekte wie diese sind Dinge, die in herkömmlichen Formaten entweder gar nicht oder zu spät zur Sprache kommen, aber potenziell gravierende Auswirkungen darauf haben können, ob sich eine Person für eine Stelle bewirbt. Besonders hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen aus MINT-Bereichen haben oftmals die Möglichkeit, Ihre Arbeitgeber auswählen zu können. Aspekte wie Unternehmensphilosophie und unternehmerische Verantwortung spielen bei der Auswahl eine große Rolle. Durch den persönlichen Kontakt und das „vor Ort sein“, können genau diese Punkte angesprochen werden und die Studierenden haben einen besseren Eindruck vom Unternehmen als Persönlichkeit. Anschließend bekamen die Studierenden einen Einblick über den Kundenstamm von ATB, den Produktpreisen und patentierten Verfahren. Auch die internationale Ausrichtung des Unternehmens und die gesetzlichen Rahmenbedingungen beim Export wurden beleuchtet. Gerade das war für die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von besonderer Bedeutung. In einem Austauschgespräch erhielten die Studierenden im Anschluss Informationen über die Besonderheiten der Arbeit in einem kleinen Unternehmen. Hier betonte ATB den Anspruch an Flexibilität und Verantwortung, die in verschiedenen Unternehmensbereichen Anwendung finden. Zur Arbeitsmethode innerhalb des Unternehmens wurde erläutert, dass es durch die Größe es notwendig sei, miteinander und über den eigenen Verantwortungsbereich hinaus zu arbeiten. Anonymität, wie bei größeren Unternehmen, herrscht bei ATB nicht. Eine flache Hierarchie, sowie eine familiäre Atmosphäre, kennzeichnen die Arbeit bei ATB als kleines Unternehmen.

Die Fragen der Studierenden bezogen sich vor allem auf die Einarbeitung und Integrationsbereitschaft des Unternehmens mit Blick auf seine Anforderungen. Hier wurde den Studierenden vermittelt, dass der Mangel an praktischer Erfahrung es notwendig mache, circa zwei Jahre Einarbeitung leisten zu müssen, bevor das Unternehmen einen wirklichen Benefit aus der Arbeit eines Berufseinsteigers ziehe. Die Studierenden waren zudem daran interessiert, ob und unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen Praktikumsplätze vergebe und Abschlussarbeiten begleite. Die internationale Studierendengruppe empfand die Betriebsbesichtigung bei ATB als sehr hilfreich um zu erkennen, ob die Tätigkeitsbereiche für sie interessant wären. Hierzu meinte eine Studentin:

„ […] Ich habe gemerkt, dass ich im Verlauf des Studiums noch mehr an mir arbeiten muss und dass die berufliche Erfahrung sehr wichtig ist um in Deutschland eine Chance auf einen Job zu haben.“ Die Studierenden waren sehr zufrieden mit der Offenheit des Unternehmens, die sich erst durch das Format der Betriebsbesichtigung äußern konnte: „Es war sehr interessant und ich habe gemerkt, dass ATB ein sehr freundliches Unternehmen ist, auch mit Ausländern. Sie sind interessiert auch an uns ausländischen Studenten […] Das kenne ich so nicht.“