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28.11.2016

Betriebserkundung ESYS GmbH

Am 28. November 2016 wurde im Rahmen des Projektes „WelKMU“ eine Betriebsbesichtigung im Unternehmen ESYS in Berlin durchgeführt. ESYS entwickelt und fertigt seit 1992 als GbR und seit 1993 als GmbH energiearme miniaturisierte Elektronik besonders für mobile Anwendungen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren junge Studierende unterschiedlicher Semester mit internationaler Herkunft wie beispielsweise aus dem Iran, Vietnam, China, Nigeria, Jordanien, Jemen, Spanien, Israel und Indonesien.

Die Betriebsführung begann mit einer Firmenvorstellung durch die Geschäftsführer Dr. Rochlitzer und Herrn Hering, die das Unternehmen ESYS, seine Produkte, Geräte, Branchen und Geschäftsmodelle für die Studierenden erläuterten. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der Ausführung über die Produkte und die damit verknüpften technischen Herausforderungen, wodurch sich die Studierenden ein besseres Bild darüber verschaffen konnten, welche Kompetenzen im Unternehmen gefordert sind. Anschließend wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rahmen einer Vorstellungsrunde die Möglichkeit geboten, über sich selbst zu berichten. Die Geschäftsführer konnten hier wichtige Erkenntnisse über Herkunft, Studienverlauf und Interessen des potentiellen Nachwuchses gewinnen.

Anschließend wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, ihr Wissen anhand eines praktischen Beispiels unter Beweis zu stellen. Anhand eines reellen Problemfalls wurden in der Gruppe Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Dabei hatten die Geschäftsführer die einmalige Chance, einen Einblick in die Gedankenwelt der einzelnen Studierenden zu bekommen. Hierbei wurde es ihnen möglich gemacht, als Außenstehende zu betrachten, wie die im Studium erlangten Kompetenzen sich auf die Lösungsansätze auswirken und wie das Verhalten der jeweiligen Studierenden innerhalb der Gruppe ist. Eine Möglichkeit, die bei einem herkömmlichen Bewerbungsgespräch nicht möglich ist. An diesen elaborierten Austausch schloss sich eine fachbezogene Fragerunde zum Arbeitsalltag bei ESYS und der herrschenden Branchenkultur an. Vor allem Themen wie datenschutzrechtliche Bestimmungen und Markterschließung in außereuropäischen Ländern standen hier im Fokus. Alles Themen, die Herrn Dr. Rochlitzer und Herrn Hering die Opportunität lieferten zu sehen, wie sehr fachübergreifende Kompetenzen bei den Studierenden ausgeprägt sind. Hierdurch konnte besser festgestellt werden, wer besondere Interessen oder Kompetenzen für die Branchenkultur aufweist. Dies ist vor allem wichtig für Themen wie Innovation im Unternehmen.

Nach dem Gesprächsaustausch wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Herrn Hering und Dr. Rochlitzer die Produktionsräume der ESYS GmbH gezeigt. Beim Rundgang konnte vertieft auf diverse Aufgabenbereiche innerhalb des Unternehmens verwiesen werden, wodurch die Studierenden noch einmal die Möglichkeit bekamen, potentielle Präferenzen mit ihren jeweiligen Studieninhalten abzugleichen. Simultan dazu, bekamen die Studierenden ein Gefühl für Arbeitswelt – und Alltag. Die Betriebserkundung endete mit einer Danksagung beider Parteien und dem Austausch von Kontaktinformationen zwischen Unternehmensführung und denjenigen, die das Unternehmen besonders begeistert hatte.

Rückblickend sind sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch die Geschäftsführung vom Format der Betriebserkundung mehr als überzeugt. Der ESYS Geschäftsführung war es im Rahmen der 2-stündigen Betriebsbesichtigung möglich, die unterschiedlichen Kompetenzen der Studierenden zu erfassen. Im Vergleich zu den arbeits- und zeitaufwändigen Einzelbewerbungsgesprächen, die nach eigenen Angaben „[…] doch manchmal verkrampft sind […]“, konnten sich Geschäftsführung und Studierende in einer für beide Parteien entspannten, interessierten und kompetenten Atmosphäre kennenlernen. Für die Studierenden war vor allem die Möglichkeit, die im Studium erlernten Fähigkeiten mit den erforderlichen Kompetenzen im Unternehmen, abgleichen zu können, hilfreich. Hierdurch konnten sie besser einschätzen, welche Lernschwerpunkte sie im Studium setzt sollten.

„ […] Das Herausfiltern der Lerninhalte für den weiteren Studienverlauf als Vorbereitung auf den beruflichen Einstieg hat mir besonders gut gefallen […].“

„[…] Ich habe jetzt eine bewusstere Vorstellung über die Interessen und gefragten Kompetenzen des Unternehmens erhalten. Das hilft mir auch bei folgenden Bewerbungen […].“

Des Weiteren stimmten Geschäftsführer und Studierende darin überein, dass das Format Betriebserkundung es besser möglich macht, ein Unternehmen kennenzulernen als mittels der Informationsbeschaffung über herkömmliche Kanäle wie Internetauftritt und Messen: „ […] Das war eine sehr freundliche Atmosphäre in der kleinen Gruppe […]. Die Geschäftsführer waren sehr interessiert an uns als Persönlichkeit und an unserer Denke sowie unseren Ideen. Das motiviert sehr!

„ […] Das ist etwas anderes gab, als Informationen nur über die Website des Unternehmens zu erhalten. So hat man die Gelegenheit, die Unternehmensatmosphäre ein Stück weit zu erleben (wodurch) die Arbeitswelt greifbar (wird).“

ESYS wird nun eine Datenbank anlegen, in der die Eindrücke und Kompetenzen zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dokumentiert werden. So könne besser ermittelt werden, ob und mit wem sich eine zukünftige Zusammenarbeit ergeben könnte. Durch das Format der Betriebserkundung hat das Unternehmen zudem die Möglichkeit erhalten, für zukünftige Praktika, Hilfskraftstellen usw. auf einen Datenpool kompetenter und interessierter Kandidatinnen und Kandidaten zurück zu greifen, wodurch die eigene Suche und Selektion erspart bleibt. Das ist vor allem für kleinere KMU sehr hilfreich. Die ESYS Geschäftsführer halten auch für zukünftige Jahrgänge es für sinnvoll Betriebsbesichtigungen durchzuführen, da trotz geringerem Zeitaufwands, geeignetere Kandidatinnen und Kandidaten ermittelt werden können. Der Tag bei ESYS hat gezeigt, dass gerade die ungezwungene Atmosphäre einer Betriebsbesichtigung für die Erstorientierung mehr als geeignet ist. Für Unternehmen bedeutet sie weniger Organisationsaufwand (Anzeigenschaltung, Selektion von Bewerberinnen und Bewerbern etc.), schnellere Durchführung und hochqualitative und langfristige Studierendenkontakte.